Integrative Einrichtungen unterscheiden sich von heilpädagogischen Einrichtungen dadurch, dass behinderte und nicht-behinderte Kinder selbstverständlich gemeinsam leben und lernen. Kinder mit besonderem Förderbedarf werden nicht ausgegrenzt, sondern als selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft erlebt.
Wir als Sonnenkamp-Kindergarten arbeiten seit 2000 als Integrative Einrichtung.

Ein gegenseitiges Respektieren und Lernen

Kinder verschiedener Nationalitäten, Herkunft und Religionen erleben bei uns den Kindergartenalltag gemeinsam. Ein gegenseitiges Lernen und Respektieren liegt uns genauso am Herzen wie das individuelle Fördern und Fordern eines jeden Kindes. Neben der Interkulturalität ist es uns ebenso wichtig, dass Kinder mit unterschiedlichen persönlichen Möglichkeiten auf unterschiedlichem Niveau, aber an und mit den gleichen Dingen arbeiten.

Bei allen Tätigkeiten steht im Vordergrund, dass sich die Kinder in der Gemeinschaft wohl fühlen und voneinander lernen und profitieren. Deshalb orientiert sich unsere Raumgestaltung und Themenplanung an den Bedürfnissen der Kinder. In allen vier Gruppen werden Kinder mit besonders ausgeprägtem Förderbedarf - ob körperlich, geistig, seelisch oder sozial - aufgenommen.

Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, haben wir ein sehr engagiertes Team von Erzieher/innen, Therapeuten (Ergotherapeutin, Logopädin, Physiotherapeutin).  Ziel unserer integrativen Arbeit mit allen Kindern ist es, dass die Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit angeregt werden, ein Optimum ihres Selbstwertgefühles erfahren und so zu starken und kompetenten Persönlichkeiten heranwachsen können.

Diese Ziele werden wesentlich unterstützt, indem wir durch Echtheit, Offenheit und Akzeptanz eine positive Beziehung zum Kind und dessen Angehörigen schaffen. Bei allen Kindern ist dazu eine sorgfältige Beobachtung notwendig, die dokumentiert und analysiert wird. Im produktiven Austausch zwischen Fachkräften, Therapeuten, Ärzten und Eltern entstehen besonders in der Integrationsgruppe Förder- und Entwicklungspläne für jedes Kind.

Hintergrund:

Im März 2009 wurde die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in deutsches Recht umgesetzt. Darin wird ausdrücklich Inklusion und nicht mehr "nur" Integration gefordert. Um diese Forderung umzusetzen, hat sich auch der Kindergarten Sonnenkamp auf den Weg zur Inklusion gemacht.

Der Begriff Integration setzt voraus, dass die zu integrierenden Menschen vorher getrennt bzw. als "nicht zugehörig" eingruppiert wurden und daher eingegliedert werden müssen. Inklusion dagegen betrachtet die Unterschiedlichkeit der Menschen von vornherein als normal und unterteilt daher gar nicht erst. Das Konzept der Inklusion will den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragen und gehört somit mit zum Leitbild unserer Arbeit.