Für das Kind bedeutet der Übergang aus der Familie in den Kindergarten eine Trennung von den Eltern, ein Aufbruch und zugleich eine Entwicklungschance.
Wir bieten zudem auch eine Schnupperzeit für die Kinder und Eltern an. So können die Kinder schon einen ersten Eindruck vom Kindergarten mit seinen Räumlichkeiten, dem Personal und den Regeln bekommen und erste Kontakte zu anderen Kindern aufnehmen.

Individuelle Eingewöhnungsphase

Für die meisten Kinder unter 3 Jahren bedeutet der Kindergartenbesuch auch gleichzeitig die erste Trennung von den häuslichen Bezugspersonen. Daher ist die Eingewöhnungsphase besonders wichtig. Damit sich die Kinder langsam im Kindergarten eingewöhnen können, ist eine individuelle Ablösephase vom Elternhaus erforderlich.
In der Ablösephase ist es uns wichtig, dass das Kind individuell gesehen wird und die Eingewöhnungszeit bekommt, die es braucht.

Nach Absprache kommen Eltern und Kind erst stundenweise in die Einrichtung, um den Kindergartenalltag kennen zu lernen. Ist eine gewisse Vertrautheit vorhanden, verlassen die Eltern für einen kurzen, abgesprochenen Zeitraum die Einrichtung. Mit zunehmender Sicherheit des Kindes wird der Zeitraum für die Abwesenheit der Eltern verlängert. Diese Regelung kann je nach Bedürfnis mehrere Wochen beibehalten werden.

Beim Informationsabend für die neuen Eltern werden unsere Ziele besprochen und die Fragen der Eltern beantwortet. Es bietet sich die Möglichkeit zu einem ersten Kennenlernen.

Bestmögliche Förderung unserer U3 Kinder

Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und Bedürfnissen von Familien ermöglichen wir seit August 2008 die Aufnahme von Kinder unter 3 Jahren in unseren Kindergarten. Da Kinder unter 3 Jahren aufgrund ihrer Entwicklung andere Bedürfnisse und ein anderes Spielverhalten haben, wurde diese Konzeption von den pädagogischen Fachkräften unserer Einrichtung entwickelt.
Im Vorfeld haben wir uns Fachwissen angeeignet, u.a. durch umfangreiche Fortbildungen wie

Im Team haben wir uns zusammengesetzt, beraten und diskutiert, wie wir U3 Kinder in unserer Einrichtung integrieren und bestmöglich fördern können. Der Einstieg in den Kindergarten beginnt, wie schon erwähnt, mit dem Aufnahmegespräch. Die Eltern haben hier den ersten Kontakt zu den pädagogischen Fachkräften. Beim ersten Elterninfoabend werden Konzeption, pädagogische Arbeit, Kindergartenalltag und Nutzung der Räumlichkeiten vorgestellt. Die Eingewöhnungsphase wird besprochen.

Nach dem Berliner Modell wird Vertrauen langsam aufgebaut

Für den zweijährigen Max ist es sein erster Tag im Kindergarten. Die Mama gibt ihrem Liebling einen Kuss und verspricht, ihn in wenigen Stunden abzuholen. Kaum hat sie den Raum verlassen, fängt er an, heftig zu schluchzen und panisch nach ihr zu rufen. Auf die tröstenden Worte der Erzieherin reagiert Max eher verängstigt.

Die Anwendung des Berliner Modells soll solche Szenarien vermeiden und den Beginn des Kindergartens für Kinder so angenehm wie möglich gestalten. Das Berliner Modell hat die Eingewöhnung daher in einzelne Phasen eingeteilt, damit sich das Kind Schritt für Schritt an die neue Umgebung und die neuen Menschen gewöhnen kann. Die Einbeziehung eines Elternteils ist bei der Eingewöhnung in den Kindergarten ein wesentlicher Bestandteil. Die Kinder haben Zeit, sich unter dem Schutz einer Bezugsperson mit der Einrichtung vertraut zu machen und eine Beziehung zur Erzieherin zu knüpfen.

Die phasenweise Eingewöhnung nach dem Berliner Modell
Das Berliner Modell gliedert den Verlauf der Eingewöhnung in mehrere Phasen. Vor der Aufnahme in den Kindergarten steht in der Regel ein ausführliches Aufnahmegespräch, in dem Du Dich vorab mit der Erzieherin über die Ernährung, Schlafgewohnheiten und das Spielverhalten Deines Kindes unterhältst.

  • Grundphase: In der Grundphase begleitest Du Dein Kind in die Einrichtung und hältst Dich mit ihm wenige Stunden im Gruppenraum auf. In der dreitägigen Phase beobachtet die Erzieherin Dein Kind und nimmt vorsichtig, meist über Spielangebote oder über eine Beteiligung am Spiel des Kindes, Kontakt zu ihm auf. Deine Aufgabe ist es, Deinem Kind Sicherheit zu geben und es nicht zu drängen, mit anderen Kindern zu spielen oder sich von Dir zu entfernen. Zudem solltest Du nicht mit anderen Kindern spielen, denn Dein Nachwuchs muss das Gefühl haben, dass Deine Aufmerksamkeit nur ihm gilt und Du jederzeit da bist.
     
  • Stabilisierungs- und Trennungsphase: Nach dem Berliner Modell beginnt am vierten Tag die nächste Phase. In dieser versucht die Erzieherin, Deinem Kind beim Mittagessen zu helfen und mit ihm zu spielen, um so eine Vertrauensbasis aufzubauen. Du reagierst in dieser Phase nur dann auf Signale Deines Kindes oder greifst anderweitig aktiv ein, wenn Dein Nachwuchs den Erzieher noch nicht akzeptiert hat. Andernfalls besteht die Interaktion lediglich zwischen Erzieherin und Kind, Du bist sozusagen nur anwesend.
    Ebenfalls am vierten Tag erfolgt der erste Trennungsversuch. Du verabschiedest Dich von Deinem Kind, verlässt den Raum für ungefähr eine halbe Stunde, bleibst aber in der Nähe, damit Du bei Bedarf in den Gruppenraum geholt werden kannst. Die Reaktion Deines Kindes auf diese erste Trennung entscheidet über die Dauer der Eingewöhnungszeit. Verhält sich Dein Kind selbstständig und zeigt sich von der Trennung wenig irritiert, erfolgt eine ungefähr sechstägige Eingewöhnungsphase. Dabei werden die Zeiträume des Aufenthalts in der Einrichtung sowie die Zeiträume der Trennung allmählich vergrößert.
    Wenn Dein Kind bei der Trennung jedoch versucht, Dir zu folgen, wenn es weint und sich nicht von der Erzieherin trösten lässt, wird die Eingewöhnungszeit in der Regel auf etwa zwei bis drei Wochen verlängert.
     
  • Schlussphase: Die Stabilisierungsphase ist abgeschlossen, wenn Dein Kind ein erstes emotionales Band zur Erzieherin geknüpft hat. Dein Nachwuchs protestiert dann zwar eventuell noch gegen Deinen Weggang, lässt sich aber schnell von der Erzieherin trösten. In der Schlussphase hältst Du Dich nicht mehr im Kindergarten auf. Du bist aber jederzeit erreichbar, um in bestimmten Situationen für Dein Kind da zu sein, falls die Bindung zwischen Deinem Kind und der Erzieherin noch nicht ausreichend ist.

 

Autor: Cindy Saleschke